Ausschreibung 2019/20

Ziel
Dieses Fördermodell basiert auf einer Initiative des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, der Filmwirtschaft, der Förderungen des Bundes und einiger Länder sowie der Politik. Es soll ein zusätzlicher Baustein in einer Reihe von Maßnahmen sein mit dem Ziel, dem Kinderfilm in Deutschland wieder mehr Präsenz und ein stärkeres Gewicht zu verleihen. In dieser Initiative stehen Kinderfilme im Mittelpunkt, die nicht auf Vorlagen oder Marken, sondern auf originären Stoffen beruhen. Qualität und Anzahl dieser „besonderen Kinderfilme“ sollen dadurch im Kino und im Fernsehen gesteigert werden.

Fördermodell
Von Anbeginn nehmen Autor*in und Produzent*in gemeinsam an der Ausschreibung teil. Eine Jury wählt aus den eingereichten Vorlagen bis zu sechs Treatments aus. Daraus soll dann eine erste Drehbuchfassung entwickelt werden. In einem zweiten Schritt sollen aus diesen maximal sechs Kinderfilmdrehbüchern die besten Projekte für eine Projektentwicklungs- oder Produktionsförderung ausgewählt und mit finanzieller Beteiligung der Sender und Filmförderungen produziert werden. Die beteiligten Institutionen werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten dabei auch den Verleih für eine vorgezogene Verleihförderung berücksichtigen. 
Auch sollen die Filme für ihren Kinostart mit Kommunikationsleistungen der Sender unterstützt werden. Darüber hinaus stellt der KiKA entsprechende Sendeplätze in seinem Programm zur Verfügung.

Antragstellung für die erste Stufe
Die Ausschreibung wird von einer unabhängigen Institution vorgenommen, die nicht zu den Geldgebern der Initiative gehört. Der Initiativkreis hat damit den Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V. betraut. 

Die Ausschreibung für die Einreichung der Treatments erfolgt vom
11. Februar bis 22. März 2019 (Freitag, Eingang bis 12 Uhr).

Einreichberechtigt sind Autor*in und Produzent*in gemeinsam. Dabei ist zu beachten, dass

  • die Produktionsfirma ihren Sitz in Deutschland hat;
  • jede Autor*in bzw. jede Firma nur ein Projekt einreichen kann;
  • die Autor*in bereits ein realisiertes, im Kino, Fernsehen oder auf einer vergleichbaren Plattform ausgewertetes Projekt geschrieben haben muss.

Als Referenz für einen Spiel- oder Animationsfilm zählen:

  • ein mittellanger Spielfilm für Kinder (ab ca. 30 Minuten Lauflänge),
  • ein abendfüllender Spielfilm (für Kinder oder Erwachsene),
  • eine Episode einer fiktionalen Serie (für Kinder oder Erwachsene).

Als Referenz für einen Dokumentarfilm zählen:

  • ein mittellanger Dokumentarfilm für Kinder (ab ca. 30 Minuten Lauflänge),
  • ein abendfüllender Dokumentarfilm (für Kinder oder Erwachsene),
  • eine Episode einer dokumentarischen Serie oder Reihe (für Kinder oder Erwachsene).

Eingereicht werden können Treatments für Spielfilme (live action und/oder Animation) sowie Dokumentarfilme für Kinder die

  • sich an ein Publikum von 6-12 Jahre richten;
  • aus der Perspektive von Kindern erzählt sind;
  • für eine Auswertung im Kino und/oder im Fernsehen geeignet sind.

Das Treatment sollte maximal 15 Seiten umfassen. Bei Spielfilmen ist eine ausgearbeitete Dialogszene von 3 bis 5 Seiten beizufügen. Neben Inhaltsangabe, Beschreibung der Figuren bzw. Protagonisten, Vita der Autor*in und der Produzent*in, sowie einer Erklärung über die Urheberrechte, ist mit Hinblick auf die Definition des „besonderen Kinderfilms“ Zielgruppe, Wahl des Stoffes und Marktattraktivität zu erläutern.

Nicht eingereicht werden können:

  • Adaptionen;
  • Historische Stoffe;
  • Projekte, die bereits eine Drehbuch- oder Projektentwicklungsförderung erhalten haben (ausgenommen sind: Treatmentförderung des BKM/Kuratorium junger deutscher Film oder die Förderung durch Referenzmittel);
  • Projekte, die bereits an vorangegangenen Ausschreibungen von „Der besondere Kinderfilm“  teilgenommen haben.

Eine parallele Einreichung bei einem regionalen oder nationalen Förderer auf Stoff- oder Projektentwicklung muss mitgeteilt werden und ist nur möglich, wenn die Förderentscheidung vor der Jurysitzung liegt.

Auswahlverfahren
Eine Jury wählt im Mai 2019 aus den eingegangenen Anträgen bis zu sechs Projekte aus, die einen Zuschuss in Höhe von bis zu 25.000 Euro für die Erstellung einer ersten Drehbuchfassung erhalten, wobei 20.000 Euro an Autor*in und 5.000 Euro an Produzent*in gehen, von denen 2.500 Euro für eine dramaturgische Beratung zu verausgaben sind. Bei dokumentarischen Projekten gilt die Förderung für die Erstellung einer detaillierten Projektbeschreibung sowie eines filmischen Umsetzungskonzeptes. Die beteiligten Institutionen werden sich über die Aufteilung und jeweilige Abwicklung der Förderung im Rahmen ihrer Regularien verständigen.

Die Jury
Die Initiatoren des Förderprogramms entsenden jeweils eine Expert*in für Kinderfilm (jeweils Vertreter*in der Förderungen des Bundes und der Länder, Redakteur*innen der beteiligten Sender, Vertreter*in Verleih, Vertreter*in des Fördervereins Deutscher Kinderfilm u.a.) in die Jury.

Weiterführende Förderung

Einmal im Jahr tagt das Treffen der Finanziers, bei dem jedes Projekt individuell geprüft wird, ob es eine Empfehlung für eine Projektentwicklungs- oder Produktionsförderung erhält.

Die Empfehlung für eine Projektentwicklungsfördung (PE) wird für Projekte ausgesprochen, die das Potential für einen „besonderen Kinderfilm“ haben, aber vom aktuellen Entwicklungsstand noch nicht weit genug sind für eine Produktion im selben Jahr:

  • Die PE dauert 1 Jahr.
  • Beim Treffen der Finanziers werden Koalitionen aus einem Sender und einem Förderer gebildet.
  • Die Sender

    • gewährleisten für die Dauer von 1 Jahr die redaktionelle Betreuung bei der inhaltlich dramaturgischen Weiterentwicklung des Stoffes zusammen mit Autor*in und Produzent*in.

  • Die Förderer

    • stellen die Finanzierung der PE zur Verfügung, die bis zu 25.000€ beträgt und projektabhängig auf maximal 40.000€ aufgestockt werden kann (z.B. für Probeaufnahmen, VFX-Tests, bei Dokumentarfilmen für Reise- und Recherchekosten etc.)
    • Die Kosten der PE werden als Bestandteil (Vorkosten) des Gesamtbudgets ausgewiesen.
    • Regionaleffekte finden nach den Richtlinien der jeweiligen Länderförderer Anwendung, bei denen ein formeller Projektentwicklungsantrag gestellt werden muss.
    • Es handelt sich um ein bedingt-rückzahlbares Darlehen, das im Falle einer Realisierung des Stoffes verrechnet oder mit dem ersten Drehtag zurückgezahlt wird.

  • Die Rechte an den Stoffen verbleiben bei den Produzent*innen.
  • Die Produzent*in ist frei darin, die PE anzunehmen oder nicht.
  • Das erklärte Ziel ist, diese Stoffe innerhalb der Initiative zu finanzieren, allerdings ist die PE keine Garantie für eine weitere Förderung.
  • Diese Stoffe werden im darauffolgenden Jahr beim Treffen der Finanziers in ihrer Weiterentwicklung vorgestellt und eine Empfehlung für eine Produktionsförderung diskutiert. 

Die Empfehlung für eine Produktionsförderung (P) kann für Projekte ausgesprochen werden, die nach der 1. Phase (Entwicklung des Drehbuchs bzw. der Projektbeschreibung) sofort in Produktion gehen können ODER erfolgreich eine Projektentwicklung im Rahmen der Initiative durchlaufen haben.

  • Das Treffen der Finanziers erstellt eine Finanzierungsempfehlung, über die im Anschluss in enger Abstimmung mit den jeweiligen Vergabegremien entschieden wird.
  • Diese Finanzierungsempfehlung berücksichtigt einerseits die Bedürfnisse des jeweiligen Projektes, andererseits ist sie auf maximal 3 Mio Euro begrenzt. Projekte mit einem darüber hinausgehenden Budget sind keinesfalls ausgeschlossen, jedoch müssen die mehr benötigten Finanzmittel durch die Produzent*innen nachvollziehbar beigebracht werden, z.B. durch Co-Finanzierung, Co-Produktion, Eigen- oder Referenzmittel.
  • Die Höhe der Eigenmittel der Produzent*innen sowie die Regionaleffekte richten sich nach den jeweiligen Förderrichtlinien.
  • Die Finanzierungsempfehlung richtet sich nach der geplanten Auswertung des Films im Kino und/oder Fernsehen.
  • Die Dreharbeiten sollten im 2. Halbjahr 2019 oder im 1. Halbjahr 2020 beginnen.
  • Wird der Nachweis der Finanzierung sowie der Maßnahmenbeginn nicht innerhalb eines Jahres nach Mitteilung der Finanzierungsempfehlung durch die Initiative erbracht, haben die Produzent*innen den Projektstand darzulegen, auf dessen Basis über die Finanzierungsempfehlung neu beraten wird.

Stand: Juni 2018